In meiner längst vergangenen Jugend machte ich einmal den Fehler, dass ich meinem Freundeskreis kund tat, dass mir der Spruch „Auf und da Goaß noch“ auf die Nerven gehe, woraufhin ich regelmäßig mit eben diesem Spruch begrüßt wurde. Vielleicht wiederhole ich den Fehler jetzt auf meine alten Tage, wenn ich Ihnen mitteile, dass ich den Spruch „… wie das auf Neudeutsch heißt“ nicht verputzen kann. Jeder darf doch so reden wie er will und dazu die Ausdrücke verwenden, die er passend findet. Wenn einer keine Anglizismen oder Pifkizismen oder neue Wörter mag, soll der sie halt weglassen. Aber sie trotzdem zu verwenden, um sie gleich darauf mit „… wie das auf Neudeutsch heißt“ abzuschwächen ist Unfug.
Bei der Gelegenheit bitte ich Sie auch, den Spruch „… gegen den Strich bürsten“ und das Wort „lecker“ in meiner Gegenwart zu vermeiden. Aber nur wenn’s leicht geht.
Archive for Juni 2014
Auf und da Goaß noch
19. Juni 2014Einmal mehr: Die Boshaftigkeit der Fliegen oder The Show can’t go on
11. Juni 2014Das eherne Gesetz „The Show must go on“ gilt nicht nur während eines Konzertes. Da kann einem beim Geigenspielen ein Körnchen Kolophonium an die Nasenspitze geraten und furchtbar jucken: das Lied muss trotzdem zu Ende gespielt werden, würde man sich auch noch so gerne kratzen. Dieses Gesetz gilt auch daheim, wenn ich im stillen Kämmerlein (zumindest still, bis ich zum Geigenspielen anhebe) für mich alleine spiele. Nun gibt es allerdings Bösewesen, die mir das Fertigspielen unmöglich machen. Über die Boshaftigkeit der Fliegen habe ich des öfteren wortgespendet. Und ich habe das starke Gefühl, dass ich es sogar mit außerordentlich boshaften Fliegen zu tun habe. So eine versteckt sich irgendwo im dem Durcheinander, das in meinem Zimmer herrscht. Kaum beginne ich Geige zu spielen kommt sie aus ihren Versteck heraus geschossen und kriecht über meine Finger, über den Geigenbogen, fliegt dann an meine Nase – kurzum: sie macht mir das Weiterspielen unmöglich. Jetzt lege ich die Geige in ihren Koffer und hole den Fliegenpracker. Aber die Fliege hat sich bereits wieder in ihrem Versteck verschanzt. Ich greife wieder zur Geige, nehme den Bogen in die Hand und kaum erklingt der erst Ton ist – schwuppdiwups – die Fliege wieder zur Stelle und absolviert ihr Lästigkeitsprogramm. Ich lege Geige und Bogen behutsam ab und greife zum Pracker. Da setzt sich die Fliege kurz auf die Geige, um – zack! – wieder in ihr Versteck zu fliegen. Dieses Spiel geht nun eine Weile so weiter. Eigentlich wollte ich meiner Geige ja wohlklingende Töne entlocken, die einfach und gelassen im Rhythmus grooven. In der Zwischenzeit bin ich aber schon so verärgert, dass ich schon mehr eine verzerrte, voll aufgedrehte Elektrogitarre bräuchte, um meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Aber da ist es schon 20 Uhr. Die Uhrzeit, zu der ich, um meine Nachbarn zu schonen, die Geige wieder wegpacke. Das ist die Zeit, zu der die Fliege auch schon nach Hause fliegt, um im Kreise ihrer Familie damit anzugeben, dass sie mich wieder einmal einen ganzen Abend am Geigespielen gehindert hat.