No Garlic!

Unter den Speisen, die in unserem Kulturkreis so auf den Tisch kommen, gibt es nur zwei Zutaten, die ich überhaupt nicht mag: Knoblauch und Meeresungeziefer. Wenn ich wo zum Essen eingeladen bin, erkläre ich das immer schon im Vorhinein mit großer Deutlichkeit. Nicht dass es passiert, dass sich jemand einen Tag lang am Herd abmüht und mir dann am Abend Krabbensoufflé in Knoblauchkruste an knoblierter Krebstentakelsauce anbietet und ich – um Tragödien zu verhindern – vortäuschen muss, dass das köstlich schmecke, um es fürderhin immer wieder aufgetischt zu bekommen.
Was mich an Meeresungeziefer stört sind der insektenartige Körperbau und die die Panzer, die eigentlich schon zeigen, dass die Tiere nicht zum Verspeisen gedacht sind.
An Knoblauch stört mich das Knoblotoxin. Mir hat einmal wer erklärt, dass man als Mensch bestimmte Enzyme in den Verdauungsorganen haben muss, die den Knoblauch aufschließen und verdaubar machen. Leute, die solche Enzyme nicht haben, tun sich mit dem Verdauen des Knoblauchs schwer. So einer bin ich. Wenn ich Knoblauch esse, dann liegt mir der tagelang schwer im Magen – und im Mund. Zudem bekomme ich derartigen Durst, dass er mich sogar noch während des Trinkens quält. Also bei kleinen Mengen habe ich kein Problem. Aber wenn die Knoblauchkonzentration bereits so dicht ist, dass man ihn heraus schmeckt, dann ist eindeutig zuviel drinnen.
Wie damals in der Pizzeria in einem Bahnhof in Finnland. Ich bestellte eine Pizza „without Garlic“. Aber die Kellnerin hatte anscheinend nur „Garlic“ verstanden und eine Extraportion auf die Pizza geben lassen, die auch gesondert auf der Rechnung aufschien. Rund 20 Minuten lang kletzelte ich all die Knoblauchfuzerl von der Pizza aber sie enthielt leider noch immer viel zu viel Knoblotoxin. Weil keine Zeit mehr für eine neue Pizza war aß ich sie. Es folgte eine über acht Stunden lange Bahnfahrt und gerade in dem Zug hatte der Buffetwagen geschlossen. Hui, da hatte ich aber Durst!
Ein Englischlehrer erklärte mir, nachdem ich ihm davon erzählt hatte, dass das Wort „without“ zu lange sei. Ich hätte „No Garlic!“ sagen müssen. Also liebe Leute, die planen, mich zum Essen einzuladen: „No Garlic, bitte, und auch kein Meeresungeziefer!“

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