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Pädagogische Aufgaben der öffentlichen Verkehrsmittel

9. Oktober 2011

Eltern haben nicht genügend Zeit, ihren Kindern alle Regeln eines gütlichen Zusammenlebens in der Gesellschaft zu vermitteln. Daher wird diese Aufgabe vermehrt von öffentlichen Institutionen übernommen. Hier meine ich nicht unbedingt die Schule sondern zum Beispiel die öffentlichen Verkehrsmittel. In der Straßenbahn kommen Durchsagen, die dazu auffordern, die Sitzplätze jenen zu überlassen, die sie wirklich nötig haben. Rauchverboten auf Bahnhöfen werden ebenfalls Lautsprecherdurchsagen gewidmet und das Essen von geruchsintensiven oder klebrigen Speisen wird durch Hinweisschilder als unerwünscht gekennzeichnet.
Im Zug gibt es sogenannte „Ruhezonen“, in denen lautes Reden, Plappern am Handy und Musikhören mit dem Kopfhörer unerwünscht ist. Damit das alle verstehen, sieht man Symbole, bestehend aus einem mahnenden Zeigefinger an den Lippen, einem Gesicht mit Kopfhörern – rot durchgestrichen, einem Handy – rot durchgestrichem sowie einem Mund, aus dem Schallwellen entweichen – rot durchgestrichen.
Mir fehlt ein wichtiges Symbol, das das Kauen von Kaugummi mit offenem Mund im gesamten Zug untersagt. Im Zug saß ich – was heißt „saß“ – litt ich einen halbe Stunde einem jungen Mann gegenüber, der laut knaatschend mit offenem Mund Kaugumi kaute. Und im überfüllten Zug war kein freier Platz mehr, zu dem ich flüchten konnte. Mit offenem Mund Kaugummi kauen schaut nicht nur furchtbar belämmert aus es ist auch ekelig. Und das wäre eine lohnende pädagogische Aufgabe der öffentlichen Verkehrsmitteln, diese Botschaft zu verbreiten.
Ich rufe hiermit dazu auf, Symbole zu gestalten, die das Mitoffenemmundkaugummikauen abstellen. Die Gewinnerin/der Gewinner bekommt eine Zehnerpackung Bazooka.

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