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Was mir und Kühen peinlich ist

7. August 2011

Über die Unmöglichkeit, mit Tieren zu sprechen, habe ich ja bereits Worte gespendet. Eine Ausnahme gilt für die an Hunde gerichteten Aufforderungen „Sitz!“, „Platz!“ oder „Pfui!“ etc. Bei „Ja, wo is er denn?“ tut sich der Hund schon schwer entsprechend zu reagieren. Allerdings weiß er, dass Schwanzwedeln nie falsch sein kann. Dafür bekommt er ein „Då is er jå!“
Es ist eines der größten Verdienste Gary Larsons, dass er uns Menschen gelehrt hat, die Sprache der Kühe zu verstehen. In meinem Sommerurlaub begegnete ich vielen Kühen, die von mir nicht sonderlich Notiz nahmen. Nur einmal kam eine Gruppe Kühe laut muhend auf mich zu gelaufen. Erst als sie nur noch 20 Metern von mir entfernt waren, merkten sie, dass sie mich mit wem verwechselt hatten, was ihnen offensichtlich peinlich war. Da Kühe nicht pfeifend in den Himmel schauen können, machten sie das, was Kühe halt so tun: Sie rupften pro forma ein paar Grashalme ab und trollten sich dann.
Ich verstehe die Kühe nur zu gut. Mir passiert es auch hin und wieder, dass ich glaube, eine Bekannte zu sehen und zum Gruß samt Handbewegung ansetze. Und noch bevor der Gruß oder das Winken beendet ist, sehe ich: Oje. Verwechslung. Eine Unbekannte. Manchmal gelingt es dann, den Gruß in ein Husten und das Winken in ein Frisurzurechtrücken umzugestalten. Manchmal allerdings ist es schon zu spät: Der Gruß ist entwichen und gewunken habe ich auch. Nun hängt es vom Gemüt der begrüßten Unbekannten ab, ob ich böse oder belustigte Blicke ernte. Da würde ich gern ein paar Grashalme abrupfen und mich dann trollen.

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