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Tscharank! Schromp. Schromp. Schromp.

13. März 2011

„Tscharank! Schromp. Schromp. Schromp.“ Anstatt zu fragen „Was ist das?“ erkläre ich es gleich: Das ist das Geräusch, das eine Frau, die mir im Zug gegenüber sitzt, beim Apfelessen erzeugt. Da man im Zug nur eingeschränkt Tischkultur betreiben kann, isst sie den Apfel, indem sie ihn in der rechten Hand hält und Stück für Stück abbeißt.
Nur professionelle Zugfahrerinnen haben Plastiktegel mit, in denen vorgeschnitte Apfelspeigerl bereit liegen – wie auch eine Serviette oder Küchenrollenpapier. Und ich spreche absichtlich von ZugfahrerINNEN, denn Männer lassen sich lieber ein Bier bringen oder – wenn’s gesund sein soll – einen Kaffee.

Da es im Zug nur Löskaffee gibt, darf man sich nicht wundern, dass er nur nach Löskaffee schmeckt, auch wenn er sich hundertmal „Cappuccino“ nennt. Da muss man schon Glück haben, wenn er wenigstens mit heißem und nicht mit abgestandenem lauwarmen Wasser zubereitet wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zu Speisegeräuschen im Zug: Die lautesten hörte ich in einem Regionalzug. Ein paar Sitzreihen von mir entfernt saß eine chinesische Familie. Der Sohn des Hauses  – er dürfte so zehn bis 13 Jahre alt gewesen sein –  der sich auch sonst nicht durch dezentes Verhalten auszeichnete, aß Pfirsiche. Wie man dabei derart viel Lärm machen kann, kann ich mir nur so erklären, dass der junge Bursche zusätzlich zu den Abbeiß- und Kaugeräuschen noch absichtlich Geräusche erzeugte, die sonst nichts zum Verzehrvorgang beitrugen. In Analogie zum „Tscharank! Schromp. Schromp. Schromp.“ würde ich es mit „Slabatsch! Slabatsch! Slabatsch!“ umschreiben.

Warum ich bei Kaugeräuschen so empfindlich bin, weiß ich nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Kind nie ein Tretauto bekam, obwohl ich es mir so sehr wünschte. Vielleicht liegt es aber auch an etwas anderem.

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